Chili-Schoten im Backofen trocknen?

Vorgehensweise | Dauer und Temperatur | Chili – Ristra | Dörrgerät

Wie trocknet man Chilis im Backofen? Wir zeigen es euch und geben euch Tipps!

Habt ihr eure ersten Chilis ernten können und es sind viel zu viele Schoten, das ihr sie nicht alle frisch verzehren könnt? Dann ist es sinnvoll diese entweder mit einem Dörrgerät*, was leider nicht viele haben oder einfach im Backofen  zu trocken. Da ich selbst auch kein Dörrgerät habe erkläre ich euch die Vorgehensweise im Backofen. :)

Chilis im Backofen trocknen – Vorgehensweise

Im Backofen getrocknete und gemahlene Chilis

Im Backofen getrocknete und gemahlene Chilis

Als Erstes solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr Einweg-Handschuhe tragt, da bei der Verarbeitung der reifen Chili-Schoten schnell ein wenig der Schärfe an den Händen hängen bleibt und unbeabsichtigt zum Beispiel in die Augen gerieben wird was natürlich sehr schmerzhaft ist!

Besorgt euch unbedingt ein gutes scharfes Messer*, da es die Arbeit sehr erleichtert. Ihr beginnt damit die Chilis natürlich gründlich mit einem Sieb unter fließenden Wasser zu reinigen. Anschließend schneidet ihr den Stil der Schoten ab. Wenn das erledigt ist, beginnt ihr damit die Chilis längs aufzuschneiden und somit mittig zu halbieren. Besonders bei sehr scharfen Sorten wie zum Beispiel der Habanero-Chili empfiehlt es sich die Kerne restlos zu entfernen und somit einen Teil der Schärfe loszuwerden. Dadurch kommt meiner Meinung nach, der angenehmere Teil des Chili-Aromas auch deutlich besser zu Geltung.

Chilis im Backofen trocknen – Dauer und Temperatur

Chili Schoten im Backofen trocknen auf dem Backblech

Chili Schoten im Backofen trocknen auf dem Backblech

Die halbierten Chilis werden nun auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gelegt und bei ungefähr 75 Grad sechs Stunden lang getrocknet. Die Trockenzeit im Ofen schwankt je nach Ernte  ein bisschen, ihr solltet also regelmäßig einen Blick in den Ofen werfen und das Haus nicht verlassen! Ich habe meine Chilis dabei in zwei Etappen getrocknet. Am Tag 1 habe ich sie für 4 Stunden in den Backofen getan und dann einen Tag lang in die Sonne gelegt. Anschließend an Tag 3 habe ich die Chilis noch mal für zwei Stunden in den Backofen getan. Der Vorteil an dieser sehr schonenn Vorgehensweise ist, dass die Chilis dabei nicht schwarz werden und ihr volles Aroma behalten.

Wenn die Chilis fertig getrocknet sind könnt ihr diese wunderbar weiterverarbeiten oder ihr entscheidet euch sie zur späteren Weiterverarbeitung luftdicht, zum Beispiel in Einmachgläser, aufzubewahren.

Kann man Chili Schoten im Backofen trocknen?

Chili Schoten im Backofen trocknen

Ich habe mich dazu entschieden die Chilis nur grob zu zerkleinern und dann frisch zu mahlen, wann immer ich Chilis zum Würzen benötige. Dazu habe ich die Chilis in eine Plastiktüte getan und diese mit einer Teigrolle zermalmt. Anschließend habe ich die getrockneten Chili Flocken einfach in meine Gewürzmühle umgefüllt.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Chilis-Trocknen. Habt ihr noch Fragen oder Anregungen zu meinem Artikel? Dann freue ich mich über Kommentare zu meiner Anleitung zum Chili-Schoten-Trocknen.


 

Eine tolle Alternative die Chili-Ristra – dekorativ und ein nettes Mitbringsel

Anstatt die Chilis im Backofen zu trocknen, kannst du auch einfach eine Chili-Ristra herstellen. Dabei werden alle durchgereiften Chilis auf einen dünnen Faden aufgefädelt und lassen sich so prima in die Sonne hängen. Ein großer Nachteil der Chili-Ristra ist aber, dass dies Art des Trocknens eigentllich nur im Sommer bei genügend Sonnenschein klappt und die Chilis sehr schnell verstauben. Wer möchte schon gerne, dass seine Chilis zu Staubfängern werden.

Für die Herstellung einer Ristra eignen sich am besten sehr dünnwandige Chilis, die wenig Fruchtfleisch haben und schnell durchtrocknen. Die besten Erfahrungen habe ich mit Cayenne-Chilis gemacht. Abraten würde ich auf jeden Fall bei Jalapenos. Wie ihr eine sehr dekorative Chili Ristra für euch selbst oder zum verschenken herstellen könnt, wird sehr schön im Artikel des Pflanzenblogs erklärt.


Alternative zwei – Chilis in Öl einlegen

Eine weitere Möglichkeit zur Verarbeitung für Chilis ist das Einlegen in Öl. Um ehrlich zu sein, habe ich diese Variante noch nicht selbst probiert, möchte euch aber trotzdem nicht die Theorie vorenthalten. ;) Der Vorteil beim Einlegen bei Chilis ist natürlich vor allem die längere Haltbarkeit der Chilis. Zum Einmachen eignen sich spezielle Twist off Gläser*.

Beim Einlegen sollte man schon im Vorfeld darauf achten, dass die Größe der Gläser auch wirklich passend ist, so dass man die Menge innerhalb einer Woche, nach dem Öffnen des Glases auch aufbekommt. Besonders beim Einlegen gilt, dass Hygiene höchste Wichtigkeit hat und man im Zweifelsfall, insbesondere wenn sich Schlieren bilden, die eingelegten Chilis entsorgen sollte.

Weitere Infos zum Einlegen von Chilis bietet Pepperworld.


Eine weitere Möglichkeit ist sich ein extra Dörrgerät zum schonenden Trocknen der Chilis* zu kaufen. Dies hat vor allem den Vorteil, dass die Chilis sehr schonend getrocknet werden und nicht so schnell schwarz Flecken auf Grund von zu hoher Hitze bekommen.

  • Achte darauf, dass das Dörrgerät unterschiedliche Hitzestufen hat. Kräuter benötigen geringe Temperaturen, Früchte tendenziell eher höher (Kräuter lassen sich aber auch wunderbar an der Luft trocknen)
  • Achte auf eine durchgehende Luftzirkulation zwischen den einzelnen Trockenetagen im Dörrgerät.
  • Mit einem Dörrgerät lassen sich auch viele andere Dinge trocknen wie zum Beispiel Tomaten :) Eine große Auswahl an Dörrgeräten findest du auf Amazon: Dörrgeräte für Früchte*.

*Affiliatelink von Amazon

  • Ben

    Hallo,

    Habe deine Seite durch Bloggerei.de gefunden. Gefällt mir gut!

    Nachdem ich mich nun durch alle Artikel clickte, sah ich, dass dies der einzige Artikel zur Konservierung von Chilis ist. Hast du es schonmal mit dem Einkochen probiert? Klingt zwar nach viel Aufwand und Omaarbeit, doch die Prozedur lohnt sich.

    Wagte mich letzten Herbst nach meiner Jalapenoernte zum ersten Mal ans Einkochen. Verwendete dazu eine Essig-Wasser Mischung im Verhältnis 1:1, dazu bunter Pfeffer und ein wenig zu viel Knoblauch. Silvester wurd dann feierlich das erste Glas geköpft, dazu selbstgemachte Nachos mit Hackfleisch und Käse aus dem Ofen.. und es war grandios!

    Ein Glas ist noch übrig, dem gönne ich mind. ein Jahr Reifezeit!

    Die Sache ist wirklich sehr zu empfehlen, hab das Ganze in einem Artikel ein wenig beschrieben: http://vegetation-daheim.info/2013/10/27/chiliernte-und-spontanes-einkochen/

    grüße von einem weiteren Chilihead!

    B.

    • Ben

      Oh schade, rieche ich hier etwa Zensur?!

      Ohne Link ist mein Kommentar leider völlig gehaltlos, danke auch für die völlige inhaltliche Verstümmelung!

      Ich versteh ja, dass man kommerzielle Werbelinks aus Kommentaren entfernt. Mache ich ja ebenso.

      Nur: Da die verlinkte Seite privat und nicht-kommerziell ist, führen etwaige Clicks also _nicht_ zu Werbeeinnahmen. Wenn du den Link nun bewusst entferntest, weil du Werbung wittertest und mir die eventuellen 0,0001Cent demnach nicht gönntest, die dieser Link an Werbeeinahmen jemals generiert hätte, gemäß dem Falle, _wenn_ auf der verlinkten Seite denn nun Werbung geschaltet wäre, habe ich diese diese Seite leider völlig falsch eingeschätzt.

      Ich wollte damit lediglich einen Gedankenanreiz bieten (Stichwort: konservieren von Chilis), mit dem Hintergrund, mich mit anderen Chiliheads und Bloggern aus diesem Bereich zu vernetzen und Erfahrungen zu tauschen. Denn davon lebt die Blogwelt! Und nicht -wie heut leider überwiegend zu finden- von SEO, Clickgeilheit, Egoismus, Konkurrenzdenken und Unpersönlichkeit!

      Sollte der Link nun deinem Spamfilter zum Opfer gefallen sein, nehme ich die oberen Zeilen natürlich aufrichtig zurück und empfehle deine Seite mit Vergnügen und uneingeschränkt meinen Lesern weiter!

      B.

      • Moritz

        Hallo Ben,

        bitte entschuldige, dass ich deinen Link zu deinem Artikel so voreilig gelöscht habe. Ich habe ihn nun vernünftig geprüft und kurzerhand wieder freigeschaltet. Deinen Unmut kann ich durchaus verstehen und werde in Zukunft die Links besser prüfen.

        Dein Blog gefällt mir insgesamt auch sehr gut, vor allem die hohe Varianz deiner Beiträge. Das macht den Blog sehr lesenswert ;)

        Um zu dem eigentlichem Thema zurück zu kommen, dem Einkochen von Chilis, muss ich eingestehen, dass ich bisher meine Chilis nur im Backofen getrocknet habe und dann zermahlen. Je nachdem wie großzügig meine Chiliernte in diesem Jahr ausfällt, werde ich mich eventuell aber da mal ranwagen.

        Wie hat sich denn der Geschmack der Chilis durch das Einkochen verändert? Und hatte es Einfluss auf die Schärfe der Chilis?

        Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg mit deinem Gartenprojekten ;)