Aussaat der Chilis

Chilizucht- Serie: Teil 1 – Die Aussaat von Chilis

Hat es Dich auch erfasst? Das Chili-Fieber?  Dann lies Dir meinen Bericht durch, was du bei der Aussaat von Chilis beachten musst und profitiere von meinen Fehlern, damit sie Dir nicht mehr passieren. Wenn du schon einmal Tomaten oder Paprika Sorten im eigenen Garten gezüchtet hast, dann können Dir diese Erfahrungen durchaus hilfreich sein, jedoch haben Chilis (insbesondere was die Wärme betrifft) einige spezielle Anforderungen. Lies Dir einfach meine Serie zur Chilizucht durch (länger als 20 Minuten dürfte es nicht dauern) und schon weisst du alles Wichtige rund um die scharfe Frucht der Chilis!

Wie schon erwähnt ist die Aussaat von Paprika und Tomaten ist auch in Deutschland recht einfach möglich, da die Pflanzen nicht so empfindlich gegenüber von Kälte sind und auch zum Durchreifen der Frühchte viel weniger Wärme als Chilis benöitgen. Der Größte Unterschied ist somit, dass eine Aussaat zwingend in der Wohnung erfolgen muss, da es in Deutschland im Januar/ Februar/ März deutlich zu kalt ist. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, meistens im Juli oder August, kann man darüber nachdenken die Chilis nach draußen zu pflanzen.

Vorbereitungen zur Aussaat der Chilis

Bevor ihr mit der Aussaat beginnt, solltet ihr euch einige grundlegende Gedanken machen. Im Internet gibt es eine enorme Menge an Chilisamen*, deren Früchte stark im Geschmack und auch bei der Schärfe variieren. Zusätzlich gibt es teilweise Unterschiede was die Anforderungen der Chilis an die äußeren Bedingungen betrifft und auch die Keimquote variiert. Besonders Anfängern empfehle ich deshalb mit einfach zu züchtenden Chilisorten zu beginnen um nicht frühzeitig den Spaß an dem tollen Hobby der Chilizucht zu verlieren. Oftmals findet man bei Onlinehändlern Chilisamen-Pakete, welche aus 3-5 unterschiedlichen Sorten bestehen, mit ganz unterschiedlichen Schärfegraden.

In den Sommermonaten benötigen die Chilis, besonders wenn die sie in Töpfen in der Wohnung stehen, sehr regelmäßig Wasser. Deshalb solltet ihr euch auch frühzeitig Gedanken machen, wer während einer evtl. Abwesenheit das Gießen der Chilis übernimmt. Nichts wäre ärgerlicher, als wenn die Chilis kurz vor der Ernte vertrocknen.

Ebenfalls verschätzt man sich als Anfänger schnell, was den Platzbedarf der Chilipflanzen später betrifft. Dies ist mir selbst am Anfang auch passiert. Die meisten Samentüten enthalten ungefähr 20 Samen, somit kommt man bei 3-5 Tütchen schnell auf 60 bis 80 Pflanzen, welche später alle umgetopft werden müssen und genügend Platz für ein gutes Wachstum brauchen. Deshalb ist mein Tipp am besten mit einem Bekannten die Chilisamen zu teilen und somit trotzdem viele unterschiedliche Chilisorten anpflanzen zu können. Ihr könnt die übrigen Chilisamen auch einfach wieder Luftdicht verschließen und dunkel bis zum nächsten Jahr lagern.

Um Chilisamen zu beziehen gibt es mittlerweile vielfältige Möglichkeiten. Neben Baumärkten und speziellen Gärtnereien gibt es eine Vielzahl an Onlinehändlern, welche Chilisamen anbieten oder aber ihr bestellt die Chilisamen direkt bei Amazon. Eine weitere Möglichkeit, welche ich auch in meinem Blog vorgestellt habe sind Tauschbörsen für Chilisamen.

Am Anfang einer erfolgreichen Chilizucht und Kultivierung der Chilipflanzen steht natürlich die Aussaat. Die Aussaat der Chilis ist dabei nicht besonders schwer. Der wichtigsten Punkte sind der richtige Zeitpunkt, der Standort, die passende Erde und qualitative Chilisamen*.

Aussaatzeitpunkt, der richtige Standort und die passende Erde

Achtet drauf, dass ihr die Chilis frühzeitig im Jahr aussät. Je nach Sorte kann es durchaus über 100 Tage dauern, bis ihr die ersten Chilischoten ernten könnt. Es empfiehlt sich deshalb mit der Aussaat bereits im Februar oder spätestens Anfang März zu beginnen. Als Aussaatgefäss*
eignen sich ganz unterschiedliche Dinge, ihr könnt einfach alte Joghurtbecher oder andere Nahrungsgefässe, welche ihr gereinigt habt nehmen oder aber ihr nutzt ein altes Aquarium zur Aussaat der Chilis. Bei der Auswahl des richtigen Substrates zur Aussaat* gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Ich rate klar davon ab Torfquelltöpfchen zu nutzen, da meine Chilis darin sehr schlecht wuchsen und beim späteren Pikieren die Chilipflanzen nur sehr schwer aus den Torfquelltöpfchen heraus zu bekommen sind. Deshalb empfehle ich die Chilisamen in spezieller Anzuchterde, welche in jedem Baumarkt erhältlich ist auszusäen.

Die Chilisamen sollten in einer Tiefe von 1,5 bis 2 Zentimetern tief eingepflanzt werden. Als Werkzeug zum Gärtnern eignet sich besonders gut ein kleiner Löffel, mit dem ihr eine Rille in die Erde machen könnt und die Chilisamen in einem Abstand  von ungefähr 3-5 Zentimetern einsetzen könnt. Anschließend bedeckt ihr die Chilisamen wieder leicht mit Erde und drückt die Erde vorsichtig mit einem Löffel fest.

Achtet darauf, dass ihr die einzelnen Sorten eurer Chilis markiert, damit es später keine Verwechslungen gibt. Dazu könnt  ihr einfach einen alten Eisstiel aus Holz nehmen und diesen mit Edding beschriften. Im Internet gibt es aber auch sehr schöne Pflanzenetiketten und Pflanzenstecker*. Besonders wenn die Pflanzen in der Wohnung stehen, sehen professionelle Etiketten natürlich deutlich professioneller aus.

Die ausgesäten Chilis stellt ihr anschließend direkt an ein sonniges Fenster, am besten sogar auf eine Fensterbank direkt über der Heizung, so bekommen die Chilis jederzeit die nötige Wärme beim Keimen.

Chilisamen vorbehandeln

Um eine hohe Keimquote eurer Chilis zu erreichen könnt ihr die Samen vorbehandeln. Dazu legt ihr diese in eine leicht Salzhaltige Lösung für 12-24 Stunden ein und könnt diese danach wie gewohnt aussäen.  Die Internetseite pepperworld.com weist ebenfalls auf die Möglichkeit, die Chilisamen in einer Teelösung oder aber besonders schwierig zu keimende Samen in einer mit Guano-Dünger angereicherten Lösung einzuweichen. Hier könnt ihr den ganzen Artikel lesen.

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Bei älteren Chilisamen oder Samen, bei denen ihr euch nicht ganz sicher seid, wie gut die Qualität ist könnt ihr einen Keimtest im Vorfeld durchführen. Diesen Keimtest führt ihr am besten schon im Januar durch, damit ihr mit der rechtzeitigen Aussaat eurer Chilis nicht in Verzug kommt. Bei dem Keimtest könnt ihr innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes (max. 14 Tage) feststelle, wie hoch die Keimquote eurer gekauften Chilisamen ist und ob sich eine Aussaat überhaupt lohnt.

Der Keimtest – Qualität der Chilisamen überprüfen


Um den Keimtest durchzuführen legt ihr einfach auf eine Teller einige Lagen an Haushaltspapier und befeuchtet diese gründlich. Anschließend legt ihr 10 Samen jeder Chilisorte in einer Reihe aus und bedeckt diese einfach wieder mit Küchenpapier. Den Teller solltet ihr nun an einen warmen und hellen Platz stellen. Nach ungefähr sieben bis zehn Tagen (dies ist natürlich Sortenabhängig) sollten die Chilis beginnen zu keimen. Bitte bedenkt, dass ihr eine Keimquote von hundert Prozent naturbedingt eigentlich nie erreichen könnt und die Keimquote auch durch eine längere Lagerung geringer wird. Die gekeimten Chilis könnt ihr natürlich anschließend einfach ganz normal in die Erde pflanzen.

Wenn du nun alle wichtigen Schritte des ersten Teils erledigt hast, kannst du dir im zweiten Teil durchlesen, wie man Chilis Pikiert.

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